Achtsam leben – Kraftquellen neu entdecken

Ab in die Kirche

Viele gehen am Ferienort als Erstes in die Kirche. Denn diese Räume sind nun mal besonders. Schon beim Eintreten … „Da vorn unter den Schwebenden, da will ich hin“, murmelt das schlaksige Mädchen neulich am Kirchenportal, zieht das bauchfreie Top etwas tiefer und setzt sich schnurstracks still unter den Engel im Altarraum.

Kirchen sind Orte mit Anziehungskraft. Die Sagrada Familia in Barcelona, Notre Dame in Paris. Sie hat übrigens jährlich mehr Touristen angezogen als der Eiffelturm, und kurz nach dem Brand war der Wiederaufbau beschlossen. Großartig in Speyer auch der Kaiserdom oder „meine“ Gedächtniskirche. Aber es müssen nicht mal besondere Kirchen sein. Im Gedächtnis bleibt auch der Raum, in dem ich Besonderes erlebt habe, wo ich konfirmiert wurde oder getraut. Oder wo ich an Heiligabend den Baum bewundere und Stille Nacht singe.

Kirchen haben eine eigene Aura. Der hohe Raum lässt aufatmen, macht die Seele weit und umfängt mich zärtlich. „Es war so ruhig unter dem Engel da vorn in der Bank“, sagt das Mädchen, zurück am Kirchenportal. Ja, Kirchen sind Anders-Orte. Das macht sie so faszinierend. Noch steht die Kirche meist im Dorf oder der Stadt. Einige werden aufgegeben. Oder auch umgenutzt. Für Stille, Meditation, Musik oder Theater. So soll es auch sein, das Gotteshaus: Offen für Menschen. Wir sehen uns.

© Ilka Fessele

Mechthild Werner

Tipp: Urlaubskirche

Erkunden Sie im Urlaub eine Kirche. Nehmen Sie sich etwas Zeit, setzen Sie sich ruhig hin und lassen Sie den Raum auf sich wirken. Was spüren Sie? Können Sie hier Kraft tanken, zur Ruhe kommen, beten? Und falls Sie im Urlaub viel unterwegs sind: Machen Sie doch mal Rast in einer Autobahnkirche oder Radwegkirche!

Segen
Der Herr gebe dir Platz zu ruhen in seiner Burg
Und in deinem Herzen Offenheit
Für die Begegnungen auf deiner Reise
Aus Irland
(Aus: „Alles hat seine Zeit“, 2022)