Die Nagolder Vesperkirche öffnet

Vom 26. Januar bis 9. Februar wird die Nagolder Stadtkirche wieder zur Kirche, in der gevespert werden darf – und das in großer bunter Gemeinschaft. Das „Vesper“ ist dabei ein veritables Mittagessen plus Kuchen und Heißgetränk als Nachtisch. Aufgetischt wird es durch eine fast ebenso bunte Mitarbeiterschaft aus evangelischer, evangelisch-methodistischer und katholischer Kirchengemeinde (und darüber hinaus), die auch für den freundlichen Rahmen, die Logistik im Hintergrund sowie für spezifisch kirchliche Zutaten sorgen: die Präsenz von jeweils zwei für seelsorgliche Belange verfügbaren Personen, den Geistlichen Impuls um 13.00 Uhr und das anschließende Segnungsangebot.

Wozu der Aufwand? Im Blickpunkt sind Arme, Leute mit keinem oder kleinem Einkommen, die gerade im Winter die Not doppelt spüren: zum Schmalspur-Speiseplan kommt die Isolation. Entsprechend bietet die Vesperkirche nicht nur ordentliches Essen und gediegene Esskultur, sondern zugleich eine Aufhebung der sozialen Ausgrenzung. Daher sind zugleich Menschen aus allen Gesellschaftsschichten angesprochen: nicht nur solche, die 1 Euro für die Mahlzeit aufbringen, sondern auch die, die 5, 10 oder 20 Euro aufbringen – und die gerne diese Gelegenheit zur Begegnung nutzen.

Die Erfahrung von grenzübergreifender Gemeinschaft tut allen gut – letztlich wohl deshalb, weil sie eine Ahnung dessen schenkt, was Jesus Christus mit „Reich Gottes“ gemeint hat. Und wir als Kirchenmitglieder bekommen wieder eine Ahnung, wie Kirche tatsächlich ein segensreiches Ferment in der Gesellschaft sein kann.

Auch wenn schon das meiste organisiert ist: Beiträge und Mitarbeit ist immer noch gefragt. Werfen Sie hierfür am besten einen Blick auf die Homepage: http://www.vesperkirche-nagold.de/ Dort ist auch der Flyer zur Vesperkirche zu finden, mit Hinweisen in Bezug auf Mitarbeit, auf Spenden, aber auch auf das Rahmenprogramm. Daraus auch abschließend der folgende Text:
Die Kirchentür ist offen für alle …
… mit und ohne Konfession
… mitten in der kalten Jahreszeit – eine warme Stube
… mitten in finanzieller Enge – eine schmackhafte Mahlzeit für wenig Geld
… mitten im Alleinsein – Begegnung am Tisch
… mitten im Tag – ein Wort auf den Weg
… wo niemand mehr zuhört – ein offenes Ohr
… wo niemand mich anschaut – ein freundlicher Blick
… wo kein Hahn nach mir kräht – ein ermutigendes Wort
… wo keiner mich einlädt – ein herzliches Willkommen

Lorenz Rösch