Wie sieht´s aus? …wenn Sie sich im Kirchengemeinderat engagieren?

Der Kirchengemeinderat setzt sich zusammen aus dem Pfarrer und den gewählten Mitgliedern sowie den pastoralen Mitarbeitern und Mitar­beiterinnen und dem Kirchenpfleger bzw. der Kirchenpflegerin. Der Pfarrer ist Vorsitzender kraft Amtes, das Gremium wählt außerdem eine oder einen Gewählte/-n Vorsitzende/-n und bis zu zwei Stellvertreter/-innen.
Der Kirchengemeinderat bietet viele Möglich­keiten der Gestaltung. Besonders interessant wird es, wenn er sich mit Partnern im ökumeni­schen, sozialen und kommunalen Bereich ver­netzt und dabei gemeinsame Projekte entstehen.
Kirchengemeinderat sein kostet Zeit. Doch die Arbeit im Rat, in Ausschüssen und Projektgrup­pen macht auch Spaß. Einige Aufgaben können zudem delegiert werden.
Jedes gewählte Kirchengemeinderatsmitglied hat Sitz und Stimme. Es wird nicht nur geredet, es wird auch entschieden. Es braucht daher die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Genau das kann sehr sinnstiftend sein.
Das Mitentscheiden ist auch auf Kreis- und Lan­desebene möglich: Kirchengemeinderäte ent­senden Mitglieder in den Dekanatsrat, also auf die Landkreisebene der Kirche. Außerdem wäh­len sie Laienvertreter und -vertreterinnen in den Diözesanrat, der ebenfalls diese drei Aufgaben hat: Der Kirchengemeinderat lebt von den vielen verschiedenen Charismen, die Menschen mit­bringen und entfalten.
Haben Sie Lust, zusammen mit dem Kirchenge­meinderat nach vorne zu schauen und die Zu­kunft der Kirche vor Ort in den Blick zu nehmen?

Was macht der Kirchengemeinderat? – Seine drei Hauptaufgaben

1. Das Leben der Kirchengemeinde zu prägen und zu entwickeln = Pastoralrat
Als Pastoralrat kümmert sich der Kirchenge­meinderat um die konkrete Praxis einer Kirchen­gemeinde und darum, wie er Menschen mit dem Evangelium in Berührung bringen möchte.
Im Kirchengemeinderat beraten und entschei­den gewählte Gemeindemitglieder zusammenmit dem Pfarrer bzw. den pastoralen Diensten über pastorale Schwerpunkte, über Vernetzun­gen mit Partnern sowie über Entwicklungspro­zesse, Konzepte und vieles mehr. Die einzelnen Kirchengemeinderäte und Kirchengemeinderä­tinnen können sich auf ein Aufgabengebiet kon­zentrieren und dieses eventuell zusammen mitanderen in einem Ausschuss bearbeiten. Der Kirchengemeinderat unterstützt bestehende und neue (Projekt-)Gruppen der Gemeinde und fördert ihre Eigeninitiative.
Der Kirchengemeinderat schaut nach vorne und nimmt die Kirchenentwicklung in den Blick.

2. Alle Mitglieder der Kirchengemeinde zu vertreten = Katholikenrat
Als Katholikenrat vertritt der Kirchengemeinde­rat alle Katholiken und Katholikinnen, die zur Kirchengemeinde gehören oder sich zugehörig fühlen.
Die Kirchengemeinderäte und Kirchengemein­derätinnen sind entweder aufgrund der Kirchen­gemeinderatswahl oder ihres Dienst- auf- trags (pastorale Dienste, Kirchenpfleger/-in) Mitglied im Gremium. Sie sind für die Gemeindemitglie­der ansprechbar und tragen deren Anliegen und Fragen in den Kirchengemeinderat.
Mit Blick auf die Entscheidungen des Kirchen­gemeinderates sind die Mitglieder des Kirchen­gemeinderates zum Dialog bereit.
Der Kirchengemeinderat als Katholikenrat infor­miert alle Katholiken und Katholikinnen über die Entwicklung der Kirchengemeinde. Er bringt sich im Namen aller Katholiken/-innen in das Geschehen im sozialen Raum ein und vertritt deren Anliegen öffentlich.
Wenn der Rat gut gemischt besetzt ist, finden alle Gemeindemitglieder den richtigen An­sprechpartner oder die richtige Ansprechpart­nerin: die Jungen den jungen Rat, die Familien die Familienfrau im Rat oder Christen mit Mi­grationsgeschichte eine Person, die ebenfalls Wurzeln in einem anderen Land hat.

3. Für die sach- und fachgerechte Verwen­dung der Finanzen der Kirchengemeinde Ver­antwortung zu tragen = Kirchensteuerrat
Als Kirchensteuerrat entscheidet der Kirchen­gemeinderat über den jährlichen Haushalt der Kirchengemeinde und damit über die Verwen­dung der zur Verfügung stehenden Mittel sowie über alle Ausgaben etwa für die Seelsorge, für Gebäude oder für das Personal.
Der Kirchengemeinderat kann finanzielle Mitteleinsetzen, um neue Projekte in Gang zu bringen und pastorale Ideen umzusetzen.
Ein Verwaltungsausschuss (verbindlich ab 1.500 Mitgliedern) bereitet die Finanz- und Verwal­tungsthemen vor und beschäftigt sich vorab mit den Details, um das Gesamtgremium zu entlas­ten.

Dekan Holger Winterholer

Informationen auch unter https://wiesiehtsaus.de/