Adventszeit

Die Adventszeit ist mit dem Weihnachtsfest verknüpft. Dessen Datum liegt fest – 25. Dezember – und somit fällt es jedes Jahr auf einen anderen Wochentag. In jedem Fall umfasst der Advent vier Sonntage vor dem Fest; der erste davon markiert den Beginn. Der Sinn und Zweck dieser Zeit liegt auf der Hand: Vorbereitung auf das Fest. Allerdings nicht im Sinne einer bloßen „Einstimmung“ (in Stimmung bringen), einer nostalgischen Geschäftigkeit, die letztlich rückwärtsgewandt Bilder einer versunkenen Zeit heraufbeschwört und deshalb schnell zur leeren Kulisse wird oder ins Ironische kippt.

Es geht um die Geburt dessen, der Zukunft eröffnet hat. Es geht um die Geburt dessen, der uns zu verstehen gegeben hat, dass er stets der Auf-uns-Zukommende sein wird – innerhalb der Geschichte und mit dem Ende aller Geschichte. Dem Wortsinn folgend kann man daher sagen: Advent heißt Zu-Kunft. Den Advent leben heißt, der Zu-Kunft Jesu erneut Raum geben, in Erwartung und Engagement. Diese Seite unseres Glaubens üben wir in diesen gut drei Wochen gemeinsam ein.

Eine besonders ausdrucksstarke Form dafür ist die sog. „Rorate“ – eine Wochentagsmesse im dunklen, nur von Kerzen erhellten Kirchenraum. Das Kerzenlicht nimmt – schwach, aber durchaus wirksam – den auf uns zukommenden „Tag“ vorweg. Zugleich steht es für die „brennende Lampe“ unserer Erwartung und Bereitschaft, die ihr großes Vorbild in Maria hat.        (rö)