Weltmissionssonntag

Der Sonntag der Weltmission wurde 1926 vom päpstlichen „Werk der Glaubensverbreitung“ eingeführt. Gut 100 Jahre einer maßgeblich von Laien getragenen Missionsbewegung in den Ländern Mitteleuropas waren dem vorausgegangen. Seither liegt der Weltmissions-Sonntag weltweit auf dem vorletzten Sonntag des Monats Oktober; in Deutschland ist es jedoch der letzte Oktobersonntag. Der in allen katholischen Ortskirchen begangene Tag ist eine Art Welttag der Katholizität und der universalen Solidarität. Alle Gläubigen sollen sich wieder ihrer gemeinsamen Verantwortung für die Evangelisierung der Welt bewusst werden.

Zugleich wird in den Gottesdiensten für die Mission gesammelt. Das Geld fließt in einen Solidaritätsfonds; es wird gerecht auf die mehr als 1.100 ärmsten Diözesen der Kirche aufgeteilt und ermöglicht auch dort im Sinne einer Grundversorgung kirchliches Leben. So erhalten auch jene Diözesen und Pfarreien eine finanzielle Unterstützung, die über keine direkte Partnerschaft verfügen. Da sie in allen Pfarreien der Welt durchgeführt wird, auch in den ärmsten, stellt die Kollekte die größte Solidaritätsaktion der Welt dar. Die Durchführung obliegt dem internationalen katholischen Missionswerk missio in seinen jeweiligen nationalen, an die Bischofskonferenzen angegliederten Sektionen.

Papst Franziskus sagte jüngst am 21. Oktober beim Angelusgebet: „Heute feiern wir den Weltmissionssonntag unter dem Thema „Zusammen mit den Jugendlichen lasst uns das Evangelium zu allen bringen“. „Zusammen mit den Jugendlichen“: das ist der Weg! Und das ist auch die Wirklichkeit, die wir in diesen Tagen erleben bei der Synode, die ihnen gewidmet ist: während wir sie anhören und mit einbeziehen, entdecken wir so viele Zeugnisse von jungen Menschen, die in Jesus den Sinn und die Freude des Lebens gefunden haben. Und oft haben sie ihn gefunden Dank anderer junger Leute, die schon mit dabei sind in dieser seiner Vereinigung von Brüdern und Schwestern, die die Kirche ist. Beten wir, dass es der neuen Generation nicht fehle an der Verkündigung des Glaubens und am Ruf zur Mitarbeit bei der Mission der Kirche. Ich denke an so viele Christinnen und Christen, Laien, Gottgeweihte, Priester, Bischöfe, die ihr Leben verausgabt haben und noch verausgaben, indem sie fern der Heimat das Evangelium verkünden. Ihnen gelte unsere Liebe, unsere Dankbarkeit und unser Gebet.“

Lorenz Rösch